Behandlung der Funktionskrankheiten nach Dr. Brügger

Zahlreiche, als »Rheumatische Beschwerden« bekannte Erkrankungen des Bewegungsapparates sind auf Fehlbelastungen von Wirbelsäule und Gelenken durch eine krumme/schlechte Körperhaltung während des Alltages zurückzuführen. Hierzu zählen z. B.:

  • Kreuzschmerzen
  • Nacken– Schulter– und Armschmerzen
  • Ausstrahlende Schmerzen in die Beine (Ischialgie)
  • Abnutzungserscheinungen an den Gelenken (Arthrosen)

Fehlbelastungen bedeuten eine Überbeanspruchung, vor allem der Muskeln und Sehnen. Im Gegensatz zur krummen Körperhaltung werden bei der aufrechten Körperhaltung die Aufbauelemente (Knochen, Gelenke, Band- und Kapselapparat, Muskelsystem) optimal, d. h. mit dem kleinsten Aufwand, beansprucht. Bei der krummen Körperhaltung kommt es dagegen zur kompensatorischen vermehrten konzentrischen Kontraktion jener Muskeln, die in die aufrechte Körperhaltung drängen. Das Abweichen von dieser Position verstärkt die reflektorischen Verspannungen und lässt die Muskeln, die an diesen Bewegungen und Körperhaltungen beteiligt sind, schmerzhaft werden. Diese zentralnervös gesteuerten Mechanismen bilden die Grundlagen des Weichteilrheumas.

a) Die weitverbreitete krumme Körperhaltung
(Sternosymphysale Belastungshaltung)
b) Die natürliche aufrechte Körperhaltung
(Entlastungshaltung)

Eine erfolgreiche Therapie muss daher beinhalten:

  • Erlernen aufrechter Körperhaltung während der Arbeit im Alltag
  • Korrektur der Statik des gesamten Körpers
  • Lösen der infolge länger anhaltender konzentrischer Muskelkontraktion entstandenen Muskelkontrakturen (Verkürzungen)
  • Lokale Behandlung (oft unter Zuhilfenahme von Wärme) von entstandenen sekundären Ödemen im arthromuskulären System, die die aufrechte Körperhaltung behindern

Dr. med. Alois Brügger,
Begründer und Leiter des Forschungs– und Schulungszentrums zur Erforschung der Funktionskrankheiten (Zürich).